Die Dichte von Bauchfett sagt die Sterblichkeit durch Darmkrebs voraus
Eine aktuelle Analyse zeigt, dass die Dichte von viszeralem und subkutanem Fett, die vor einer Operation per CT-Scan gemessen wird, auf ein erhöhtes Risiko für den Tod durch Darmkrebs bei Patienten mit nicht-metastatischen Tumoren hinweisen könnte. Diese Erkenntnis basiert auf der Untersuchung von 293 Personen mit Darmkrebs im Stadium II oder III, von denen 34,5 % an den Folgen der Krankheit verstorben sind.
Die Forscher nutzten eine KI-gestützte volumetrische Analysemethode, um die Körperzusammensetzung anhand von Bauch-CT-Bildern zu bewerten. Unter den zahlreichen untersuchten Parametern erwies sich die durchschnittliche Fettdichte, ausgedrückt in Hounsfield-Einheiten, als besonders aufschlussreich. Eine höhere Dichte von viszeralem und subkutanem Fett war mit einem erhöhten Risiko für krebsbedingte Todesfälle verbunden. Diese Beziehung wurde durch tiefgehende statistische Analysen bestätigt, die zeigten, dass die Dichte des viszeralen Fetts auch nach Berücksichtigung von Alter, Tumorstadium und der Anwendung adjuvanter Chemotherapie ein unabhängiger Indikator blieb.
Die Dichte des Fettgewebes spiegelt dessen innere Zusammensetzung wider: Eine erhöhte Dichte kann auf einen verringerten Fettgehalt und eine Zunahme von Fibrose hinweisen, was ein Zeichen für Entzündungen oder Stoffwechselstörungen ist. Diese Veränderungen im Fettgewebe, die oft mit kardiometabolischen Erkrankungen verbunden sind, könnten deren Auswirkungen auf das Überleben der Patienten erklären. Entgegen der Erwartung ist es nicht die Menge an Fett, die die Prognose beeinflusst, sondern dessen Qualität.
Die Ergebnisse zeigen auch, dass traditionelle Indizes wie der Body-Mass-Index oder die Muskelmasse in dieser Studie keinen signifikanten Zusammenhang mit der Sterblichkeit aufwiesen. Dies deutet darauf hin, dass die Fettdichte ein zuverlässigerer Marker sein könnte als andere häufig verwendete Messungen.
Dieser innovative Ansatz, der auf einer automatisierten Segmentierung von Bildern basiert, ermöglicht eine präzise und reproduzierbare Bewertung der Körperzusammensetzung. Er könnte die Integration dieser Daten in die klinische Praxis erleichtern, ohne dass zusätzliche Untersuchungen erforderlich sind. Die Forscher betonen, dass diese Methode, die bereits im Rahmen der Standardnachsorge von Patienten anwendbar ist, den Weg zu einer personalisierteren Medizin ebnet. Sie könnte helfen, Behandlungen basierend auf individuellen Merkmalen anzupassen, insbesondere durch gezielte ernährungsphysiologische oder metabolische Interventionen, um die Gesundheit des Fettgewebes zu verbessern.
Die Überlebensanalysen bestätigten, dass Patienten mit einer höheren Dichte von viszeralem und subkutanem Fett eine weniger günstige Prognose hatten. Diese Beobachtungen unterstreichen die Idee, dass die Qualität des Fettgewebes eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Darmkrebs spielt – unabhängig vom Tumorstadium.
Sources et crédits
Étude source
DOI : https://doi.org/10.1007/s11547-026-02232-x
Titre : Body composition as a predictor of cancer-related death in colon cancer: an AI-based volumetric analysis
Revue : La radiologia medica
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Michela Polici; Benedetta Masci; Damiano Caruso; Stefano Nardacci; Lapo Nardoni; Fiammetta Pacelli; Marta Zerunian; Domenico De Santis; Paolo Mercantini; Enrico Fiori; Mariarita Tarallo; Maria Ciolina; Riccardo Ferrari; Sang Joon Park; Jong-Min Kim; Marco Francone; Andrea Laghi